Dal 21 marzo al 21 giugno 2016 a Firenze, Roma, Napoli, Palermo, Padova

Die österreichische Expedition zur Beobachtung der Sonnenfinsterniß

(Die österreichische Expedition zur Beobachtung der Sonnenfinsternis.) Man schreibt uns aus Pola, 20. d.: zu unserer Beruhigung brachten die heutigen Wiener Blätter eise indirecte Berichtigung der Allarmnachricht, der Kriegsdampfer „Triest“ sei gestrandet. Es ist demnach nicht der österreichische Dampfer „Triest“, sondern der englische „Psyche“, der ebenfalls eine Expedition von Gelehrten beherbergte, an der Küste von Sicilien gestrandet; jedoch wurden alle Personen gerettet. – Vom Bord des Dampfers „Triest“ sind hier Nachrichten aus Malta, die bis zum 9. December reichen. Diese stellen den Verlauf der Reise bis dahin folgendermaßen dar: Das erste Ziel der Reise war Prevesa (eine schwachbefestigte Stadt im Cjalet Janina, ans einer Halbinsel am Eingange des Meerbusens von Arta). Hier sollte der Astronom Dr. Theodor Oppolzer mit zwei Marine-Officieren ausgeschifft werden, um eine Zweigstation für die Beobachtung der Sonnenfinsterniß zu errichten. Schwerer Südostwind zwang jedoch das Schiff, abzufallen und unter der Küste von Corfu Schutz zu suchen.

Trieste 1869

Piroscafo “Trieste” al comando del capitano von Österreicher utilizzato nella spedizione Austriaca a Corfù e Tunisi

Hier blieb es die Nacht vom 3. auf den 4. December vor Anker und setzte am letzteren Tage des Morgens bei etwas ruhigerem Wetter, aber schwerer See aus Südwest die Route fort. Gegen Mittag wurde Prevesa erreicht; der hohe Seegang ließ jedoch die Ausschiffung der Instrumente nicht zu. Daher lichtete der Dampfer wieder den Anker und fuhr nach Santa Maura, dem Leukadia des Alterthums, wo er unter dem Schutze des Landes ankerte. Hier wurde ein Trabatel (großes Küstenfahrzeug des adriatischen Meeres) gemiethet und Dr. Oppolzer und die beiden Marine-Officiere sammt allen ihren Instrumenten darauf gesetzt; nun schleppte Dampfer „Triest“ das Trabatel gegen Prevesa, überließ et dann dem guten Schicksale und schlug den Cours nach Malta ein, wo er am 6. Mittags einlief. Zu Malta liegen außer den gewöhnlichen kleineren Schiffen vier schwere englische Panzerschiffe: „Lord Warden“, „Caledonia“, „Prince Confort“ und „Royal Oak“. Dampfer „Triest“ schiffte Kohlen ein trotz eines heftigen Südwestwetters mit Regen und Hagel, mußte aber, da das Barometer einen sehr niedrigen Stand zeigte, noch ewige Zeit abwarten, bevor er seine Reise nach Tunis fortsetzen konnte. So war er denn am 9. December noch in Malta, woher die letzten Nachrichten datiren. Hoffentlich ist die Expedition zur Stunde auf ihrem Bestimmungsorte, dessen Erreichung gewiß einige Strapazen gekostet haben wird. Die Küste von Tunis ist zu einer Ausschiffung von empfindlichen Instrumenten nicht besonders günstig, außer in Goletta, von wo jedoch bis zur Totalitäts-Zone der Finsterniß noch eine Landreise von circa zwei Tagen erforderlich. An Bord deS „Triest“ befinden sich die beiden Brüder Weiß, der Eine Astronom, der Andere Botaniker. Auch in Pola werden, den hiesigen Mitteln der Sternwarte angemessen, Vorbereitungen getroffen, um die Finsterniß zu beobachten. Das Wetter scheint sich, nach den letzten zwei Tagen zu urtheilen, bessern zu wollen, denn fast seit zwei Wochen ist der Himmel bedeckt und nur von Zeit zu Zeit durchbrach die Sonne auf kurze Momente die Wolken, während sie gestern und heute länger ihre Strahlen herabsendete. Da hier die Verfinsterung etwa 10½ Zoll beträgt, so mag deren Beobachtung nicht ganz unwichtig erscheinen. Nur sind eben die wichtigsten Apparate hiezu bei der Expedition in Tunis.

Neue Freie Presse, 1870, n. 2273

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